Ergebnis Gerichtstermin

Also doch!
 
 Das Mitgliederverzeichnis muß auf den Tisch. Entgegen seiner hartnäckig wiederholten Weigerung, den Mitgliedern ein Verzeichnis seiner Mitglieder (ordentlichen wie außerordentlichen) auszuhändigen, ist der Vorstand des Künstlervereins Malkasten (KVM) auf Grund der Entscheidung vor dem Amtsgericht Düsseldorf nun verpflichtet, ein solches Verzeichnis auf begründetes Verlangen vorzulegen.
  
 
 Was ist gewonnen?
 
 Bitten und Anfragen mehrerer Mitglieder wurden bisher mit pauschalen Hinweisen auf Datenschutz durch den Vorstand des KVM abgewiesen. Dieses ist nun nicht länger zulässig. Der Vorstand handelte jahrelang unrechtmäßig.
 Der Vorstand hatte seinen Mitgliedern über Jahre ein Mitgliederverzeichnis vorenthalten. Er hat damit zu Unrecht elementare Rechte der Mitglieder beschnitten und eine offene Diskussion im Verein mehrfach behindert. Der immaterielle Schaden ist kaum zu übersehen, der materielle Schaden lässt sich auf die fälligen Gerichts- und Anwaltskosten kaum beschränken. Der Künstlerverein Malkasten indes erlebte gestern eine Befreiung.
 Ein Durchbruch, kurzes Aufatmen. Der vorsitzende Richter des Amtsgerichts Düsseldorf legte in der gestrigen Verhandlung den Vertreten des KVM, Robert Hartmann und Dr. Matthias Wetterau, nahe, in der strittigen Frage einzulenken. Erst auf dringliches Anraten des vorsitzenden Richters Dué wurde ein Vergleich geschlossen, der im Kern besagt:
 Der Vorstand des KVM ist verpflichtet, dem Vereinsmitglied Carl Friedrich Schröer (vertreten durch den Anwalt Dr. Jochen Herbst) das Mitgliederverzeichnis mit Stand 23.04.2018 spätestens bis zum 31.08.2020 zur Verfolgung rechtlicher Belange zu übersenden.
  
 Willkürliche Entziehung der Mitgliedschaft
 
 Auch im Nebenschauplatz um die Kündigung meiner Mitgliedschaft fand der Vorstand kein Gehör, kein Verständnis bei Richter Dué. Vielmehr wurde die Satzungsregelung in § 5 Abs. (3), welche einen Verlust der ordentlichen Mitgliedschaft bei Aufgabe berufskünstlerischer Betätigung vorsieht, als völlig unpraktikabel beanstandet. Ganz nebenbei hat das Gericht mit wohlüberlegter Begründung der willkürlichen Entziehung einer ordentlichen Mitgliedschaft zudem einen Riegel vorgeschoben.
  
 Der Weg ist frei
 
 Nach dem gut begründeten Vergleich vor dem Amtsgericht wird es künftig auch anderen Mitgliedern des KVM freistehen, ein Mitgliederverzeichnis bei begründetem Interesse zu verlangen.
 Ob es in der Folge zu Anfechtungsklagen gegen frühere Beschlüsse auf Mitgliederversammlungen kommt, bleibt abzuwarten.
 Ebenso ist nun der Weg frei, außerordentliche Mitgliederversammlungen auch gegen den Vorstand einzuberufen.
  
 Fragen zu näheren Ergebnissen und den weiteren Folgen der Auseinandersetzung beantworte ich gerne.   

 
 Carl Friedrich Schröer